Playa Blanca: 42 Sozialwohnungen seit anderthalb Jahren nicht vergeben

Im Süden von Lanzarote steht ein Wohnprojekt still: Die 42 neu gebauten Wohnungen der Anlage Los Ajaches in Playa Blanca sind bis heute nicht vergeben. Darauf weist der Bürgermeister von Yaiza, Óscar Noda, hin. Der Kaufvertrag wurde am 30. Januar 2025 beim Notar unterzeichnet, damals präsentierte der Präsident des Cabildo de Lanzarote, Oswaldo Betancort, die Schlüssel vor den Kameras.
Gekauft wurden die Wohnungen gemeinsam von der Regierung der Kanarischen Inseln und der Inselverwaltung, um sie zu bezahlbaren Mietpreisen anzubieten. Die Investition beläuft sich auf 9,3 Millionen Euro. Die Vergabe war für vergangenen Juni angekündigt, doch nach Angaben der Gemeinde ist der Stand des Verfahrens weiterhin unklar. Noda hat schriftlich um ein Treffen mit dem Cabildo-Präsidenten gebeten, da die Inselverwaltung als Mitfinanzierin ebenfalls Rechenschaft schulde.
Rund 400 Personen in der Gemeinde warten auf eine öffentlich geförderte Wohnung. Die 42 Einheiten deckten diesen Bedarf nicht ab, räumt der Bürgermeister ein, seien aber "eine Erleichterung", solange andere Vorschläge der Gemeinde bei Region und Insel geprüft würden.
Offen ist auch der zweite Teil des Vorhabens: 136 Wohnungen zur bezahlbaren Miete auf einem 42.000 Quadratmeter großen Grundstück, das die Gemeinde der Regionalregierung überlassen hat. Noda fordert ein Arbeitstreffen mit María del Pino de León Hernández, Direktorin des kanarischen Wohnungsbauinstituts, um den Termin der Bauausschreibung zu erfahren. Das Projekt sei fertig; die Gemeinde bittet darum, die Ausführung über den staatlichen Wohnungsbauplan 2026-2030 zu finanzieren, dessen erste Mittel im Laufe dieses Sommers an die autonomen Regionen fließen sollen.
Hintergrund: Wohnen im Süden der Insel
Playa Blanca ist in wenigen Jahrzehnten vom Fischerort zum größten Ferienzentrum der Gemeinde Yaiza gewachsen. Für Besucher ist das vor allem eine Frage von Hotels und Ferienwohnungen, für die dort gemeldeten Einwohner dagegen von bezahlbarem Dauerwohnraum: Beschäftigte in Gastronomie, Reinigung und Handel finden immer schwerer eine Ganzjahresmiete. Die Debatte über öffentliche Wohnungen ist deshalb auch eine Debatte darüber, wer in den Tourismusorten der Insel künftig noch leben kann – ein Zusammenhang, der bei einem Aufenthalt an der Südküste leicht zu übersehen ist.
Daniele Boagno
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