Festival Campesino zeigt "El poema diario de Titerroygatra" am Samstag

Das Festival Campesino hat am Samstagabend ein weiteres Kapitel seiner langen Geschichte geschrieben: mit der Aufführung El poema diario de Titerroygatra. Die Inszenierung verknüpfte die Lebensgeschichten von Menschen, die das poetische und emotionale Selbstbild Lanzarotes geprägt haben, mit dem Tanz der Saranda, traditioneller Musik und Bildern in Sepia aus einer Zeit, in der die Insel im Takt von Gezeiten und Jahreszeiten lebte.
Der Abend begann mit einem audiovisuellen Prolog aus Aufnahmen, die Memoria Digital de Lanzarote zur Verfügung gestellt hatte, begleitet von den Worten von Benito Cabrera, einem langjährigen Mitstreiter der Gruppe. Darauf folgten Gesang und Tanz: einige der bekanntesten Stücke der Formation, dazu neuere Kompositionen.
Als roter Faden diente die Erinnerung an Persönlichkeiten der Inselgeschichte, unter ihnen Josefina Pla, Félix Hormiga, Agustín Espinosa, César Manrique und Inocencia Páez. Das Ergebnis war weniger ein Konzert als ein Gang durch mündliche Überlieferung, Literatur und Landschaft.
Mit stehendem Publikum verabschiedeten sich Los Campesinos und machten den Weg frei für den zweiten Teil des Festivals, der jedes Jahr Gästen der Wurzelmusik gewidmet ist. Diesmal traten Los Cantadores auf, auf Tournee zu ihrem 18. Jubiläum und begleitet von der Stimme von Tamara.
Was Besucher über kanarische Folklore wissen sollten
Wer auf Lanzarote Urlaub macht, begegnet Folklore oft nur als Programmpunkt in Hotelanlagen. Das eigentliche Repertoire ist etwas anderes: ein Archiv, in dem die Insel ihre Geschichte nach Jahrzehnten von Auswanderung und starkem Wandel des Territoriums bewahrt hat. Der Titel des Abends greift Titerroygatra auf, den Namen der Insel vor der spanischen Eroberung. Wer die auf der Bühne genannten Namen nachlesen möchte, findet Fotografien und Tondokumente in den Sammlungen von Memoria Digital de Lanzarote.
Pamela Maletti
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