Marina Abramović ist in Arrecife, in einem kostenlosen Saal, bis Januar

Der größte Name, der seit Langem durch El Almacén geht, kommt nicht von Lanzarote, sondern aus Belgrad. Marina Abramović, die Frau, die die Performancekunst zu einer anerkannten Disziplin gemacht hat, gehört zu den vier Namen der eben eröffneten Ausstellungen.
Zu sehen bis Januar, und kostenlos.
Die vier
Marina Abramović bringt audiovisuelle Arbeiten mit: Videoperformances. Nicht ihre körperliche Anwesenheit — die bezahlt man in New York —, aber ihre Arbeit, in einem Saal in Arrecife.
Jesús Madriñán zeigt im Saal Cubo Lanzarote: Fotografien mit analogen Kameras, Porträts von Touristen. Ein Fotograf, der das Objektiv auf jene richtet, die es sonst selbst in der Hand halten.
María Rosa Aránega zeigt in La Salita Atlas Lanzarote: digitale Archive, eine Stück für Stück gebaute Lesart der vulkanischen Landschaft.
Germán Páez zeigt Wild palms.
Warum das eine Nachricht ist
Kulturrat Jesús Machín Tavío hat es genau getroffen: In diesen Räumen «leben lokale und internationale Arbeiten nebeneinander». Genau das gelingt auf der Insel selten. Zwei der Residenzen hinter diesen Ausstellungen unterstützte das Hotel Nautilus; Galder Acha begrüßte die Allianz.
Ohne Umschweife: In Arrecife kann man bis Januar kostenlos Abramović sehen — und zwei ernsthafte Blicke auf Lanzarote von Leuten, die Lanzarote studiert haben. Das passiert nicht oft.
Wo
El Almacén, calle José Betancort 33, Arrecife. Die Ausstellungen laufen bis Januar. Im selben Gebäude liegen das Cine Buñuel, die Buchhandlung und die Bar: Man kann alles auf einmal machen.
Pamela Maletti
Ein trans Mann und seine Kollegin in einem Gewächshaus in Almería: der Berlinale-Preisträger kommt für drei Euro nach Arrecife
El Jeffrey blieb auf der Straße stehen und sang für ein Mädchen. Heute Abend steht er auf der Bühne, Eintritt frei
Eine Batucada führt das Publikum vom Saal auf die Bühne: Arrecife spricht heute über Kunst und psychische Gesundheit, danach Konzert