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La Graciosa will sein Wasser selbst machen: Sonne auf den Dächern und eine Anlage für 450 Tonnen am Tag

La Graciosa will sein Wasser selbst machen: Sonne auf den Dächern und eine Anlage für 450 Tonnen am Tag
Caleta de Sebo · big-ashb · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einer Insel mit rund siebenhundert Einwohnern und ohne einen Tropfen Süßwasser kommt das Wasser von außen. La Graciosa hängt seit jeher an Lanzarote, und eine Gruppe von Anwohnern will das ändern: Das Projekt heißt El Sol de La Graciosa, ist gemeinnützig und will bis 2030 Wasser- und Energiesouveränität erreichen.

Was jetzt geschieht

Die Gemeinde Teguise, zu der die achte Insel verwaltungsmäßig gehört, hat zwei öffentliche Flächen überlassen: die Dächer der Schule CEIP Ignacio Aldecoa und die der alten Entsalzungsanlage. Darauf kommen die Photovoltaikmodule, darunter eine Umkehrosmoseanlage, die bis zu 450 Tonnen Wasser pro Tag erzeugen kann – betrieben mit eben dieser Sonne.

Dass alles auf die Dächer kommt, ist kein technisches Detail, sondern der Kern: La Graciosa ist Naturschutzgebiet, und die optische Wirkung hätte jede Anlage als Erstes gestoppt.

Wer es macht, und mit welchem Geld

Die Initiative gehört der Gemeinschaft: »Die Anwohner selbst sind aktiver Teil der Lösung«, sagt Leiter Nahum Cabrera. Finanziert wird es aus dem EU-Programm Horizon Europe. Teguises Bürgermeisterin Olivia Duque nennt es ein Beispiel dafür, wie man Insellösungen findet, die zum Ort passen.

Wenn es gelingt, endet eine Abhängigkeit, die so alt ist wie die Insel. Und es lohnt aus einem weiteren Grund, hinzusehen: Was bei siebenhundert Menschen funktioniert, ist die Generalprobe für das, was hundertfünfzigtausend brauchen.

Daniele Boagno