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In einen Vulkan hineinlaufen: vier Routen über die Krater von Lanzarote

In einen Vulkan hineinlaufen: vier Routen über die Krater von Lanzarote
Auf dem Rand der Caldera Blanca, Lanzarote · GerritR · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Zwischen 1730 und 1736 versank ein Viertel von Lanzarote unter der Lava. Sechs Jahre Ausbruch, elf ausgelöschte Dörfer – und ein Pfarrer aus Yaiza, Andrés Lorenzo Curbelo, der sich hinsetzte und Tag für Tag Tagebuch darüber führte. Das macht diese Insel ungewöhnlich: anderswo sind Vulkane Vorgeschichte. Hier gibt es das Protokoll.

Und man kann hineingehen. Bergsteiger muss man dafür nicht sein: drei der vier folgenden Routen schafft jeder mit zwei Beinen und festen, geschlossenen Schuhen.

1. Volcán del Cuervo: der, in den man hineingeht

Wenn Sie nur eine machen, dann diese. Der Cuervo ist der Vulkan, mit dem 1730 alles begann, und seine Wand ist an einer Seite aufgebrochen. Durch diese Bresche geht man hinein und steht plötzlich auf dem Boden des Kraters, ringsum der Ring aus rotem Gestein. Das ist mit nichts zu vergleichen.

• Strecke: Rundweg, 3 bis 4 Kilometer samt Weg in den Krater.
• Dauer: anderthalb Stunden, zwei in Ruhe.
• Schwierigkeit: praktisch eben. Kinder schaffen es.
• Start: ausgeschilderter Parkplatz an der LZ-56 zwischen Mancha Blanca und Tinajo, erkennbar an der großen Tafel des Parque Natural de los Volcanes.

2. Montaña Colorada: die lohnendste Stunde

Wirklich rot, von den Eisenoxiden in der Lava. Der Weg führt außen herum – man steigt nicht hinauf, und man soll es auch nicht – und unterwegs steht eines der verblüffendsten Dinge der Insel: die Vulkanbomben, Brocken, die der Vulkan in die Luft schleuderte und die dort liegen blieben, wo sie heute noch liegen; einer davon so groß wie ein Auto.

• Strecke: Rundweg, etwa 3 Kilometer.
• Dauer: eine Stunde mit Fotostopps.
• Schwierigkeit: leicht.
• Start: ebenfalls an der LZ-56, nahe beim Cuervo: beide lassen sich an einem Vormittag machen.

3. Caldera Blanca: die ernsthafte

Sie ist das Gegenteil der anderen. Die Caldera Blanca ist älter als der Ausbruch des 18. Jahrhunderts, und deshalb ist sie hell: ein blasser Kegel, der stehen blieb, während ringsum die schwarze Lava von 1730 heranwuchs. Der Krater misst 1.200 Meter im Durchmesser, und vom Rand sieht man die halbe Insel.

Der Hinweg führt über das Malpaís, das Lavafeld, auf einem Pfad zwischen den Steinen. Das ist der anstrengende Teil: der Boden ist uneben, und es gibt keinen Fetzen Schatten.

• Strecke: rund 10 Kilometer hin und zurück.
• Dauer: im Schnitt vier Stunden.
• Schwierigkeit: mittel. Nicht steil, aber lang und ungeschützt.
• Start: Parkplatz am Ortsausgang von Mancha Blanca, anderthalb Kilometer nördlich des Besucherzentrums. Es ist Weg Nr. 4 des Wegenetzes von Tinajo.

4. Timanfaya: allein kommt man nicht hinein

Im Nationalpark darf man nicht frei laufen, und das ist keine Schikane: der Boden ist fragil, und stellenweise herrschen wenige Zentimeter unter den Füßen noch hunderte Grad. Zwei Wanderrouten gibt es aber, sie sind geführt und kostenlos, und fast niemand weiß davon.

• Ruta de Tremesana: zwei Kilometer, etwa drei Stunden, minimale Schwierigkeit. Montags, mittwochs und freitags, ungefähr 10 bis 13 Uhr, das ganze Jahr. Acht Plätze pro Tour, auf Spanisch und Englisch.
• Ruta del Litoral, von der Seite von El Golfo: eine Wanderung an der Küste des Parks, ebenfalls geführt und kostenlos.

Reservierung: die Plätze werden höchstens einen Monat vorher freigegeben und sind sofort weg. Gebucht wird über das Reservierungsportal der Nationalparks oder im Besucherzentrum Mancha Blanca unter 928 118 040. Notieren Sie sich das Datum genau einen Monat im Voraus und versuchen Sie es an diesem Tag – anders klappt es nicht.

Vier Regeln, die mehr wert sind als jeder Tipp

Bleiben Sie auf dem Weg. Das silbrige Grau auf der Lava ist eine Flechte, und sie lebt: sie hat Jahrzehnte gebraucht, um auf diesem Stein zu wachsen, und ein Fußabdruck löscht sie aus. Sie ist überhaupt der Grund für die Farbe des Malpaís.

Nehmen Sie keine Steine mit. Es wirkt harmlos, bis es hunderttausend Leute tun.

Geschlossene, feste Schuhe. Picón und Lava schneiden wie Glas: Flip-Flops auf dem Malpaís enden schlecht, Sandalen auch.

Wasser, Hut und früh los. Auf diesen Routen gibt es keinen Schatten, kein Wasser, keine Toiletten, und das Handynetz kommt und geht. Der Wind täuscht: er weht immer, und die Sonne merkt man zu spät. Das beste Licht und die erträglichste Hitze liegen am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.

Giacomo Piraino